Wildarten

Wild ist ein Oberbegriff für alle mit der Jagd in Verbindung stehenden Säugetiere und Vögel. Man kann ihn leicht mit „Wildtier“ verwechseln, womit aber alle freilebenden Tiere gemeint sind. Im Folgenden wollen wir insbesondere auf unsere einheimischen Wildarten eingehen: Reh, Wildschwein und Hirsch.

Reh

Das Reh gehört zur Familie der Hirsche und gilt in Europa als deren kleinster Vertreter. Es ist den sogenannten Trughirschen zuzuordnen. Interessanterweise ist das Reh damit näher mit dem Elch verwandt, als mit dem Rothirsch, den wir auch aus unseren Wäldern kennen.

Rehe werden in Bezug auf ihr Alter und Geschlecht unterschieden. Weibliche Rehe werden als Ricken oder Geiße und männliche Rehe als Bock oder Rehbock bezeichnet. Die Jungtiere nennt man Kitze. Rehe aus deutschen Wäldern wiegen je nach Alter und Geschlecht zwischen 15 und 30kg. Jedoch variiert das Gewicht als auch die Größe der Rehe in Abhängigkeit von ihrem Ursprung. So sind z.B. mitteleuropäische Ricken mit 22kg um 30% leichter als ihre skandinavischen Artgenossen.

Frisches Fleisch von Rehen ist von Mai bis Januar erhältlich. Denn in der Regel besteht für Rehe zwischen Anfang Februar und Ende April eine Schonzeit, in der sie nicht gejagt werden dürfen. In diese Zeit fällt nämlich nicht nur ein winterbedingt verringertes Nahrungsangebot sondern auch die Geburt der Kitze.

Das Rehwild gehört zu den Wiederkäuern und ernährt sich ausschließlich von Pflanzen. Es bevorzugt neben Gräsern, Blättern und Kräutern nährstoff- und energiereiche Nahrung wie Knospen, Wald- und Feldfrüchte. Ihre kulinarischen Vorlieben führen auch dazu, dass Rehe bei Förstern und Waldbesitzern oftmals sogar unbeliebt sind. Indem sie junge Bäumchen „verbeißen“, behindern sie deren Wachstum. Das ist auch einer der Gründe, warum sie aktiv bejagt werden.

#Waldgourmet – Verfügbarkeit: Mai-Januar

Wildschwein

Das Wildschwein, im Jägerjargon auch als Schwarzwild bezeichnet, gehört zur Familie der Schweine und ist somit auch mit dem Hausschwein verwandt. Genauso wie das Hausschwein ist das Wildschwein ein Allesfresser, was ihm die Erschließung neuer Lebensräume sehr erleichtert hat. Wildschweine kommen heute fast überall auf der Welt vor.

Auch Wildschweine unterscheidet man nach Alter und Geschlecht. Ganz jung nennt man sie Frischlinge, einjährig Überläufer und anschließend Bache (weiblich) oder Keiler (männlich). Einheimische Keiler können bis zu 200kg wiegen. Das erklärt auch, warum sie von manchen Autofahrern so gefürchtet werden.

Frischlinge und Überläufer werden das ganze Jahr bejagt. Wildschweinfleisch ist daher ganzjährig verfügbar, allerdings in unterschiedlichen Mengen. Für Keiler und Bachen gibt es in einigen Bundesländern Schonzeiten zwischen Februar und Mitte Juni. Aber auch in den anderen Bundesländern führen natürliche Rahmenbedingungen zu Schwankungen bei den Streckenergebnissen. Eine Rotte, also eine Gruppe aus mehreren Wildschweinen, aus Bachen und jungen Frischlingen wird zum Beispiel grundsätzlich in Ruhe gelassen.

Wildschweine können Wirte für Trichinen sein und unterliegen daher noch strengeren Kontrollvorschriften des Veterinäramtes. Bevor ein Wildschwein zerlegt wird, wird es immer zuerst durch einen Amtstierarzt untersucht. Erst nach der Freigabe durch den Tierarzt darf es verarbeitet werden. Positive Ergebnisse sind aber eine absolute Ausnahme.

#Waldgourmet – Verfügbarkeit: Ganzjährig

Hirsch

Hirsch ist ein Sammelbegriff für alle Wildtiere, die ein Geweih tragen. Eine interessante Randnotiz an dieser Stelle: Die Geweihe werden von den Hirschen Jahr für Jahr neu gebildet. Mit zunehmenden Alter wachsen die Geweihe und können bis zu 15kg schwer werden. In Deutschland kommen der Rot- und der Damhirsch, im Jägerjargon auch als Rot- und Damwild bezeichnet, vor. Das Rotwild ist dabei häufiger verbreitet als das Damwild. Im Gegensatz zu den Rehen zählen der Rot- und Damhirsch zu den Echten Hirschen und sind in Europa, Asien und Nordamerika verbreitet.

Rot- und Damwild unterscheiden sich in drei Aspekten: Größe, Farbe und Verhalten. Während der Rothirsch eine Schulterhöhe von 130cm erreicht, wird der Damhirsch nur durchschnittlich 90cm hoch. Wie der Name schon vermuten lässt, hat der Rothirsch ein rot-bräunliches Fell. Das Fell des Damhirsches dagegen ist bräunlich-weiß-gepunktet. Auch in Hinblick auf Verhalten und Lebensraum unterscheiden sich beide merklich. Damhirsche ist wesentlich zutraulicher und anpassungsfähiger als die scheueren Rothirsche.

Weibliche Rothirsche werden als Kühe bezeichnet, im Jagdjargon spricht man von Tier (z.B. Rottier oder Damtier). Bei den männlichen Tieren hat man es sich einfacher gemacht: sie nennt man einfach Hirsche. Die jüngeren Tiere werden bei beiden Arten als Kälber bezeichnet. Während männliche Rothirsche bis zu 250kg schwer werden können, bringen Damhirsche bis zu 120kg auf die Waage. Die Hirschkühe sind deutlich leichter.

Fleisch von einheimischen Hirschen bekommen Sie nur zwischen Mai und Januar. Fleisch, das Sie zwischen Februar und April kaufen, war daher entweder tiefgefroren oder kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Neuseeland.

#Waldgourmet – Verfügbarkeit: Mai-Januar